Vortrag-Ali-2016
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DATENSCHUTZERKLÄRUNG

Die Flucht der Jungs im Internat

Schüler der BBS Thuine dokumentieren den Weg minderjähriger Afghanen

Die Flüchtlingssituation in der Bundesrepublik ist in aller Munde – so auch an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Thuine. Zum Auftakt der Projektwoche haben die Schüler Ali Nadery und Florian Hübler eine eindrucksvolle Präsentation vor ihren Mitschülern gehalten, die die Flucht von afghanischen Flüchtlingen nach Europa dokumentiert. Jene im St.-Antonius-Internat lebende Betroffene wollen die Schüler unterstützen.

Thuine. Seit Mittwochmorgen läuft an der BBS in Thuine die diesjährige Schulprojektwoche. Unter dem Slogan „Leben  Heimat  Perspektiven – BBS Thuine hilft“ setzen sich die Schüler mit der Flüchtlingssituation auseinander.

Die Internatsleiterin, Schwester Gisela Heyart, erklärte, wie es zur Unterbringung der Flüchtlinge gekommen ist: Das Jugendamt Meppen habe darum gebeten, Asylbewerber im ansässigen Internat unterbringen zu dürfen. „Wir haben es als unsere katholische Pflicht angesehen zu helfen“, sagte die Ordensschwester. In zwei Wohneinheiten sind nun seit Ende 2015 insgesamt 21 Flüchtlinge im Alter zwischen 14 und 18 Jahren beheimatet. Es gäbe viele Herausforderungen zu meistern, dennoch würden die jungen Männer das Leben im Internat bereichern.


Doch welche Geschichte steckt eigentlich hinter den Flüchtlingen, denen die Schüler der BBS mit ihrem freiwilligen Engagement unter die Arme greifen wollen? Ali Nadery, selbst vor der Jahrtausendwende mit seinen Eltern nach Deutschland geflüchtet und heute ehrenamtlich als Dolmetscher im Internat tätig, wollte gemeinsam mit Florian Hübler Antworten liefern: In den letzten Wochen und Monaten haben sich die zwei Schüler intensiv mit afghanischen Flüchtlingen aus dem Thuiner Internat unterhalten – die Ergebnisse stellten sie zum Auftakt der Projektwoche ihren Mitschülern vor.

Die Gründe für die Flucht aus dem Nahen Osten nach Europa seien vielfältig, erklärte Nadery. Neben Krieg und dem mangelnden Vertrauen in die Regierung sei die Rekrutierung junger Männer als Soldaten durch die Taliban eines der größten Probleme. Hinzu kämen die schlechte Infrastruktur, die nicht vorhandene medizinische Versorgung und die Perspektivlosigkeit.


Die Route der minderjährigen Flüchtlinge führte von Afghanistan über Pakistan, dem Iran und der Türkei bis hin zum griechischen Festland. Der Weg dorthin berge viele Gefahren: So werden die Flüchtlinge auf der Ladefläche eines Jeeps förmlich gestapelt. Mit 120 Kilometern pro Stunde rast der Wagen der Schleuser durch die Wüste, immer wieder fallen Menschen von der Ladefläche – das Auto hält nicht. In den Bergen Pakistans sehen es Räuberbanden auf die Flüchtlinge ab. Dehydrierung, Schläge und Ausnutzung sind an der Tagesordnung. Der gefährlichste Teil sei schließlich der Weg über das Meer zum griechischen Festland in einem vollständig überfüllten Schlauchboot.


„Je näher Europa ist, umso besser wird die Lage“, erklärt Nadery. „Die Flüchtlinge sind dankbar, dass man ihnen in Deutschland hilft.“ Ziel der Präsentation sei es, den Mitschülern ein Verständnis für die Lage der Flüchtlinge zu vermitteln und deutlich zu machen, warum ihnen geholfen werden müsse. Nadery und Hübler scheint dies gelungen zu sein: Die schrecklichen Details aus der Flucht seien so nicht bekannt gewesen, erklärten im Anschluss an den Vortrag einige Mitschüler.  [NOZ 10.03.2016].